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Landarztnetz Lahn-Dill erhält rund 90.000 Euro

Förderung vom Hessischen Sozialministerium

Freuen sich über die Förderung (v.l.): Lars Bongartz, Dr. Michael Saar, Tobias Gottschalk (auf dem Bild fehlt Wolfgang Schuster).

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert das Landarztnetz Lahn-Dill mit rund 90.000 Euro. „Wir freuen uns sehr über die Zuwendung des Ministeriums und bedanken uns herzlich“, sagte Tobias Gottschalk, Geschäftsführer des Landarztnetz Lahn-Dill. „Wir werden damit einen Großteil der hausärztlichen Praxisgemeinschaft im neuen Breitscheider Gesundheitszentrum ausstatten.“

Mit der Zuwendung seien 60 Prozent der kalkulierten Investitionskosten abgedeckt. „Die vom Ministerium für Soziales und Integration ausgesprochene Zuwendung verdeutlicht, welch hohen Stellenwert das Ministerium dem Landarztnetz und den demografisch bedingten notwendigen Änderungen einer wohnortnahen hausärztlichen Versorgungsstruktur beimisst“, sagte Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises.

Das Landarztnetz wurde 2014 gegründet und verfolgt das Ziel, die hausärztliche Versorgung im Lahn-Dill-Kreis in Zeiten des Ärztemangels auf dem Land sicherzustellen.

Die Gründerpraxis des Landarztnetzes von Dr. Michael Saar in Breitscheid wird ihren Sitz zum 1. September in das moderne Gesundheitszentrum in zirka einem Kilometer Entfernung zum heutigen Praxisstandort verlagern. Unter dem Dach des Gesundheitszentrums werden neben dieser hausärztlichen Praxisgemeinschaft mit aktuell vier Fachärzten und einem ärztlichen Weiterbildungsassistenten weitere Gesundheitsangebote gebündelt. So werden dort zukünftig unter anderem ein Hörgeräteakustiker, eine Apotheke, eine Gemeindepflegestation und Tagespflege, eine Wohngemeinschaft mit Intensivpflege und eine Physiotherapiepraxis betrieben.

Die hausärztliche Praxisgemeinschaft stellt beim Gesundheitszentrum in Breitscheid den „Ankermieter“ dar, durch den dieses Projekt ermöglicht wurde. Die hausärztliche Mietfläche im Gesundheitszentrum Breitscheid beträgt auf einer Etage 416 Quadratmeter. Sechs bis sieben Ärzte können dort parallel arbeiten.

Die gesundheitliche Versorgung insbesondere älterer Menschen in ländlichen Regionen steht vor großen Herausforderungen. Der Mangel an ärztlichem Nachwuchs, aber auch an Fachkräften aus den nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen ist vor allem im ländlichen Raum zu spüren. Vielerorts können freiwerdende Arztsitze nur schwer nachbesetzt werden.

„Mit der Bündelung gesundheitlicher, pflegerischer und sozialer Dienstleistungen an einem Ort können sowohl Wege und Wartezeiten für Patientinnen und Patienten vermindert als auch attraktive Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte geschaffen werden“, sagte Dr. Michael Saar, Ärztlicher Leiter des Landarztnetzes.

Grundsätzlich zeigt sich seit Gründung des Landarztnetzes, dass angehende Ärzte überwiegend Angestelltenverhältnisse in Teilzeit anstreben. Darüber hinaus ist für viele der jungen Ärzte ein fachlicher Austausch mit Kollegen vor Ort wichtig. Zudem entsteht dadurch die Möglichkeit, unkompliziert in Schichtsystemen zu arbeiten und in Abwesenheitszeiten wie Krankheit oder Urlaub die ärztliche Vertretung zu sichern. „Diese Zusammenhänge haben dazu geführt, dass das Landarztnetz vom Ursprungsgedanken der kleingliedrigen wohnortnahen Versorgung mit einem Netzwerk vieler kleiner Praxen zukünftig mehr und mehr abweicht. Stattdessen wird beabsichtigt, nach und nach größere Praxen mit drei bis sechs Ärzten zu betreiben“, erklärte Lars Bongartz, Kaufmännischer Leiter des Landarztnetzes.

Insgesamt arbeiten rund 50 Mitarbeiter für das Landarztnetz. Damit trägt das Landarztnetz nicht nur zur Aufrechterhaltung hausärztlicher Versorgungsangebote im Lahn-Dill-Kreis bei, sondern sichert auch Arbeitsplätze in der Region.

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